(c) Fundación ALALAY
(c) Fundación ALALAY
(c) Fundación ALALAY

Eine Initiative der Fundación ALALAY, um Kindern auf den Straßen Boliviens ein anerkanntes und würdiges Leben zu ermöglichen.

 

Projektbeschreibung:

„Yo también cuento“ („Ich zähle auch“)

In armutsbetroffenen Familien werden Kinder meist im privaten Umfeld geboren und somit nie registriert, da von Anfang an die notwendigen Geldmittel fehlen. Einen öffentlichen Identitätsnachweis nach der Geburt eigenständig zu erlangen ist teuer und kompliziert. Da oft ganze Familien von diesem Problem betroffen sind, wird es mit jeder Generation schwerer, die dafür notwendigen Informationen nachzuforschen.

Die Folge ist ein von der Gesellschaft isoliertes Leben, in welchem grundliegende Menschenrechte verwehrt bleiben. Betroffene ohne Identitätsnachweis können unter anderem weder medizinische Hilfe erhalten, noch Schulbildung. Ohne die Möglichkeit, einen offiziellen Arbeitsvertrag zu unterschreiben, bleiben auch faire Arbeitsbedingungen für die jungen Erwachsenen oft aus. Genauso ist eine partizipative politische Teilhabe an der Gesellschaft ohne Ausweis unmöglich.

Diese Umstände treffen Kinder mit einer Behinderung umso härter. Oft bedingt durch den Drogenkonsum ihrer Mütter während der Schwangerschaft, leben viele Kinder auf der Straße vor allem mit kognitiven, aber auch mit körperlichen Beeinträchtigungen. Die Beschaffung von Identitätsdokumenten stellt für sie den ersten Schritt aus dem Teufelskreis dar und ermöglicht unter anderem den Bezug staatlicher Hilfen.

Mit der Kampagne „Yo también cuento“ unterstützt die private Non-Profit-Organisation ALALAY in Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF und der britischen Organisation Toybox seit April 2018 Kinder, Jugendliche und Familien gezielt bei der Recherche ihrer Herkunft. Sie werden mit den notwendigen Nachweisen ausgestattet, bei Behördengängen von unseren SozialarbeiterInnen begleitet und die anfallenden Gebühren werden durch Spenden finanziert. Das Projekt wurde so konzipiert, dass alle Kinder und Familien - unabhängig von jeglichen Beeinträchtigungen - unterstützt werden können. Ein weiterer Eckpunkt ist die gesellschaftliche Sensibilisierung für das Thema der bürokratischen Identitätslosigkeit durch bewusstseinsbildende Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem werden laufend Gespräche mit den bolivianischen Behörden gesucht, um die Entwicklung praktikabler Lösungen voranzutreiben.

 

„Yo también cuento – Jedes Kind zählt!“ in Österreich

Von Österreich aus wird das Projekt seit der Gründung des Vereins ALALAY Österreich 2011 mit der Kampagne „Yo también cuento – Jedes Kind zählt!“ unterstützt. Durch die informative Spendenkampagne, die im Oktober 2019 gestartet wurde, konnte die Projektlaufzeit in Bolivien verlängert werden. Der Verein übernimmt unter anderem die Organisation von Patenschaften, Fundraising und die Koordination von Freiwilligeneinsätzen. 

 

Erfolge:

Im Rahmen des Projektes konnten seit April 2018 schon 996 Dokumente an junge Menschen ausgestellt werden! Außerdem wurden 139 Bedienstete des plurinationalen Staates Bolivien über die Lebensumstände von Kindern, die ohne Identitätsnachweis mit ihren Familien oder auf der Straße leben, aufgeklärt und für deren Rechte sensibilisiert. Weiters wurden elf Schulklassen in Österreich für die Lebensumstände von Kindern auf der Straße sensibilisiert.

 

Dieses Projekt wird von der bolivianischen Kinderhilfsorganisation ALALAY durchgeführt, von der britischen Organisation Toybox seit über 2 Jahren finanziert und vom österreichischen Verein ALALAY Österreich unterstützt.  

 

Kategorie: INTERNATIONAL

 

Eingereicht von: ALALAY Österreich (Magdalena Grill-Kiefer). September, 2020. https://www.alalay.at/wie-kann-ich-helfen/jedes-kind-zaehlt-ytc/