(c) Elisabeth Feuerstein
(c) Elisabeth Feuerstein
(c) Elisabeth Feuerstein

Die Lebenshilfe Vorarlberg initiierte ein Projekt im Kindergarten Watzenegg, wobei den Kindern anhand eines Kinderbuches verschiedene Arten von Behinderungen verständlich gemacht worden sind.

 

Projektbeschreibung:

Aufgrund der Ausschreibung der Stadtbücherei zum Medienprojekt „Ana Log und Digi Tal“ beschloss die Lebenshilfe Vorarlberg, gemeinsam mit dem Kindergarten Watzenegg das Kinderbuch von Franz-Joseph Huainigg „Gemeinsam sind wir große Klasse" zu lesen und spielerisch zu bearbeiten. Es handelt sich dabei um einen Sammelband, wo in verschiedenen Geschichten, verschiedene Behinderungen beschrieben werden und zum Nachdenken anregen.

Am 11.3. wurde mit den Kindern die Geschichte: „Wir verstehen uns blind" gelesen. Das Team projizierte die schön illustrierte Geschichte auf Leinwand und besprachen anhand von Zwischenfragen das Thema Blindheit. Charly vom Blindensportverein begleitete uns an dem Tag und zeigte den Kindern Hilfsmittel, die Blinde im Alltag verwenden. Außerdem durften die Kinder selbst ausprobieren, was es heißt nichts zu sehen und sich mit einem Blindenstock zurecht zu finden. Durch einen Sinnesparcours sollten die Kinder erfahren, dass bei blinden Personen andere Sinne wie Geschmacks- Geruchs- oder Tastsinn stärker ausgeprägt sind.

Durch den Lockdown konnte leider nur die erste Geschichte durchgeführt werden.

Am 18.3. hätte die Geschichte: „Wir sprechen mit den Händen" bearbeitet werden sollen. Zu Besuch wäre diesmal ein Experte aus der Lebenshilfe, der dort für unterstützte Kommunikation zuständig ist, mitgekommen. Er hätte mit den Kindern ein Lied in Gebärdensprache einstudieren. Auch an diesem Tag sollten sich die Kinder in die Lage von Menschen mit einem Handicap versetzen und anhand von Schallschutzkopfhörern nachempfinden, was es heißt nichts oder schwer zu hören.

Am 25.3. wäre den Kindern die Geschichte: „Meine Füße sind der Rollstuhl" vorgelesen worden. Auch hier hätte das Team einen Gast eingeladen, nämlich einen Selbstvertreter bei der Lebenshilfe, der selbst seit seiner Geburt gelähmt und im Rollstuhl ist. Er hätte aus seinem Alltag erzählt und wo er überall mit Barrieren zu kämpfen hat. Anhand von Kinderrollstühlen hätten die Kids ausprobieren können, was es heißt, teilweise gelähmt zu sein.

Projektziel:

Die Intention dieses Projekts ist es, die natürliche Neugierde, die im Kindergartenalter noch vorhanden ist, zu stärken. Kinder reagieren eigentlich offen und ohne Vorurteile auf Menschen mit Behinderungen. Oftmals werden sie aber von Erwachsenen darin gebremst. Sie sollen lernen, dass es gut und richtig ist, Fragen zu stellen, die sie bewegen. Am besten direkt Menschen mit einer Beeinträchtigung ansprechen, denn die können am besten über ihr Handicap Auskunft geben. Die Selbsterfahrungs-Spiele sollen dazu dienen, zu sensibilisieren und Einfühlungsvermögen zu stärken.

 

Kategorie: NATIONAL

 

Eingereicht von: Lebenshilfe Vorarlberg (Elisabeth Feuerstein). September, 2020.