Inklusion in Bewegung und Sport - ein Kooperationsprojekt der Pädagogischen Hochschule OÖ mit OÖ Schulklasse der Sekundarstufe II.

 

Vorbemerkung:

In diesem Projekt geht es um das Kennenlernen und die Auseinandersetzung mit Lebenswelten, die vielen jungen Menschen nicht vertraut sind. Die Herausforderung, vor die uns der Anspruch einer inklusiven Bildung stellt, verlangt nach Konfrontation mit bisher Unbekanntem. Die subjektive Wahrnehmung von Herausforderungen und die individuelle Lösung von Problemen aus der Perspektive eines Menschen, der mit einem Rollstuhl fährt, vor dem Hintergrund persönlicher Einstellungen und Möglichkeiten, stehen im Fokus des Projekts. Das Projekt ist auch Teil eines methodisch-didaktisch aufbereiteten Programms, das die nachhaltige Umsetzung von Diversität im Schulalltag und Inklusion im Bewegungs- und Sportunterricht zum Ziel hat.

 

Projektbeschreibung:

Im Zuge eines Tagesprojekts erhielten am 23. April 2019 Schüler/innen der HLW Bad-Ischl die Möglichkeit, in die Lebenswelt von Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern einzutauchen und ihre Schule im Hinblick auf Barrierefreiheit zu testen. Unterstützt wurden sie dabei von Christian Krendl - Mitarbeiter der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich und selbst Rollstuhlfahrer. Mittels eigens zur Verfügung gestellter Rollstühle erlernte jede/r Schüler/in die Fahrtechnik. Dazu wurden besondere Herausforderungen an Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer in einzelnen Stationen im Turnsaal nachgestellt und unter fachkundiger Begleitung von Christian Krendl eingeübt. Anschließend wurden auf die Schulsituation abgestimmte Aufgabenstellungen verteilt, welche die Teilnehmer/innen an unterschiedlichen Orten im Schulgebäude ausführen mussten, wobei auftretende Barrieren zu überwinden waren. Der Einsatz von Rollstühlen bei der Sportausübung, z.B. im Volleyball- und Basketballspiel, war ebenso ein Programmteil. Ohne Vorgaben erstellten die Schüler/innen adaptierte Regeln, die die Sportausübung im Rollstuhl sitzend ermöglichen sollten. Dabei kam auch der Spaß nicht zu kurz.

Eine wichtige Intention des Projekts ist, den Schüler/innen einen Perspektivenwechsel zu ermöglichen, der das Sammeln von Selbsterfahrungen, das Erkunden eigener Grenzen und die Entwicklung neuer Sichtweisen erlaubt. Auf diesem Wege werden die Teilnehmer/innen sensibilisiert und erhalten ein besseres Verständnis für den Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen. Die unmittelbare Begegnung mit einem Betroffenen und dessen Schilderungen des persönlichen Alltags, angefangen von Hindernissen auf dem Arbeitsweg bis hin zu unangenehmen Bemerkungen der Mitmenschen, machen aufmerksam auf die täglichen Herausforderungen.  

 

Anmerkung:

Der erlebte Perspektivenwechsel wird im Rahmen einer moderierten Reflexionsphase mit dem Experten Christian Krendl diskutiert und dokumentiert. Die dabei gewonnen Erkenntnisse der Teilnehmer/innen, im Hinblick auf Veränderungen zu Einstellungen und Sichtweisen auf Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung,  dienen dem Lehrenden-Team der PH OÖ (Beate Praxmarer und Norbert Zauner) als Daten für ein Forschungsprojekt. Um die bisher vorliegenden Erkenntnisse empirisch zu belegen bedarf es weiterer Erhebungen. Im Schuljahr 2019/2020 ist deshalb ein weiterer Projekttermin, im Rahmen eines „wheelsday“, in der Landwirtschaftsschule (Agrarbildungszentrum) Altmünster geplant.

 

Projekttermine/Video-Projektdokumentation:

 

Kategorie: NATIONAL

Eingereicht von: Pädagogische Hochschule OÖ (Norbert Zauner). September, 2019.