Von Mai 2017 bis April 2020 läuft zwischen Universität Wien und Pädagogischer Hochschule Niederösterreich (Baden) ein Pilotprojekt. Hierbei wird individuelle Unterstützung für Studierende mit Beeinträchtigungen an eine Service-Learning-Lehrveranstaltung für Lehramtsstudierende des Studienschwerpunktes „Inklusive Pädagogik (Fokus: Beeinträchtigung)“ geknüpft.

 

Projektziel und -nutzen:

Projektziel ist es, fünf Semester lang zu erproben, wie eine spezielle Variante von „persönlicher Assistenz innerhalb der Hochschule“ aussehen kann. Hierfür wurden bisher zwischen 12 und 24 Lehramtsstudierende pro Semester in einem Seminar auf ihre Aufgaben als individuelle Unterstützer_innen vorbereitet. Im Folgesemester wurden sie einzeln oder in Kleingruppen Studierenden mit Beeinträchtigungen zugeteilt, die einen Bedarf für individuelle Unterstützung gemeldet hatten. Dies waren bisher pro Semester zwischen 6 und 12 Studierende. Auch wenn die Altersspanne grundsätzlich breit ist, so ist die Mehrheit der unterstützten Studierenden zwischen 20 und 30 Jahre alt. Der Projektnutzen besteht zum einen darin, vielfältige beeinträchtigungsbedingte Nachteile im Studium auszugleichen wie z.B. aufwändige Kommunikation mit
Lehrenden über notwendige organisatorische Adaptierungen. Weiters können die Unterstützer_innen dabei helfen, konkrete physische Barrieren zu überwinden (z.B. eine Studentin im Rollstuhl, die im Sitzen nicht an die höheren Regalreihen gelangt, bei längeren Recherchen in der Bibliothek begleiten). Damit ist der Einsatz der individuellen Unterstützer_innen eine von mehreren Möglichkeiten, wie eine Institution – spontan –
durch den Einsatz von Personen Barrierefreiheit herstellen kann. Auf der Seite der Unterstützer_innen entsteht ein Nutzen, indem diese zusätzlich zur klassischen
Schulpraxis Erfahrungen durch Peer-Learning im Bereich Beeinträchtigung und Bildung sammeln. Dies kann dazu beitragen, dass sie später im Beruf empathische, inklusiv
handelnde Lehrer_innen sind. Nicht zuletzt profitieren hiervon zukünftige Schüler_innen (mit Beeinträchtigung).
Nach der Pilotphase wird auf Basis der projektbegleitenden Evaluierung überlegt, wie
individuelle Unterstützung an den beiden Hochschulen in Zukunft bestmöglich organisiert werden kann. Durch mögliche zukünftige Kooperationen mit weiteren Hochschulen oder ein Nachahmen des Projektes an tertiären Bildungseinrichungen ist die Reichweite
potentiell groß - nicht zuletzt deswegen, da das Konzept „Service Learning“ an Bedeutung gewinnt.

 

SDGs als Rahmen für das Vorhaben:

Auf dem Weg Richtung inklusiver Bildung erfüllt ISU gleich drei SDGs mit Leben:

  • SDG 4.3: “By 2030, ensure equal access for all women and men to affordable andquality technical, vocational and tertiary education, including university”
  • SDG 4.c: “By 2030, substantially increase the supply of qualified teachers, including
    through international cooperation for teacher training in developing countries,
    especially least developed countries and small island developing States”
  • SDG 4.a: “Build and upgrade education facilities that are child, disability and gender
    sensitive and provide safe, non-violent, inclusive and effective learning environments
    for all“

Mit den oben erwähnten Effekten wächst gleichzeitig die Möglichkeit der sozialen Inklusion in die Lebenswelt der Hochschule.

  • SDG 10.2: “By 2030, empower and promote the social, economic and political inclusion of all, irrespective of age, sex, disability, race, ethnicity, origin, religion or economic or other status“

Mehr Chancengleichheit:

  • SDG 10.3: “Ensure equal opportunity and reduce inequalities of outcome, including by eliminating discriminatory laws, policies and practices and promoting appropriate legislation, policies and action in this regard”

Inklusion in der Gesellschaft:

  • SDG 17.17: “Encourage and promote effective public, public-private and civil society partnerships, building on the experience and resourcing strategies of partnerships“

 

Kategorie: NATIONAL

Eingereicht von: Universität Wien (Lukas Ertl). September, 2019.