Gemeinsam darüber nachdenken, wie zwischenmenschliche Barrieren abgebaut werden können, war das Ziel des diesjährigen Pfarr-Caritas-Tages auf Schloss Seggau im März 2018. Der Studientag wurde von Pfarrcaritas und Pastoralamt organisiert. Solche zwischenmenschliche Mauern bestehen aus unterschiedlichen Steinen der Armut, der mangelnden Solidarität und eines bloßen Neben- statt Miteinanders, wie Estha Sackl, steirisch-kärntnerische Vizemeisterin im Poetry-Slam in ihrem Eingangstext aufzeigte.

 

Diesen Barrieren im Sinne des diakonalen Auftrags entgegenzutreten, ist wohl "die Königsdisziplin kirchlichen Handelns", betonte Erich Hohl, Leiter des Pastoralamts in seinem Statement appellierte, dass sich die Kirche vermehrt jenen zuwenden sollte, die oft ungehört blieben. Dass dieser Einsatz für eine inklusive, für alle offene und mitgestaltbare Gesellschaft die Grundlage in der "barrierefreien Liebe Gottes" hat, erläuterte Walter Schmolly, Direktor der Caritas Vorarlberg, in seinem Impuls.

 

An Thementischen wurde in der Folge aufgezeigt, wie dieser Dialog in konkreten Initiativen schon gelingt. Einrichtungen wie das Kältetelefon, die Initiative "Eingefädelt" aus Judenburg, die Plattform "Selbstbestimmt leben" des Landes Steiermark oder der Retzhof als "erstes barrierefreies Bildungshaus Österreichs" beschrieben, wie ein barrierefreies Miteinander in der Praxis konkret funktionieren kann.

 

Gemeinsam mit den Teilnehmenden, ehrenamtliche wie hauptamtliche Mitarbeiter/innen, bilden sie ein "dichtes, engmaschiges Netz der Solidarität", resümierte Caritas-Direktor Herbert Beiglböck in seinem abschließenden Statement. Viele Menschen sind bereit, an einer solidarischen Gesellschaft mitzubauen, "in der niemand vergessen oder übersehen wird", so Beiglböck weiter - ein Befund, der durch den Solidaritätsbarometer gestützt wird, den die Caritas in Auftrag gegeben hat. Hilfe, die im Sinne eines barrierefreien Miteinanders, einer Kirche, in der es tatsächlich keine Mauern mehr geben soll, schon geschieht, aber auch dringend nötig ist, "nicht für die Caritas, nicht für die Kirche, sondern für die Menschen in diesem Land, die ein gutes Leben wollen, das ihnen aus dem Evangelium auch zugesagt ist."

 

Kategorie: NATIONAL

Eingereicht von: Anton Tauschmann, Bischöfliches Pastoralamt Graz-Seckau, September 2018. www.katholisch-kirche-steiermark.at