"Musizieren um zu Musizieren" ohne output-, leistungs-, oder profitorientiert zu sein; ohne weiterem Zweck außer dem Musizieren selbst. Dieses Konzept des "Elementaren Musizierens" nach Ruth Schneidewind (Lehrende an der Universität für Musik und darstellende Kunst) liegt dem inklusiven, bilingualen Musikkurs "TREFFpunkt MUSIK͞  zu Grunde.

 

Im Sinne der Diversität beschäftigt sich das Projekt mit einer Gruppe aus gehörlosen, hörenden und hörbeeinträchtigten Menschen. Das Ziel ist, es einen an den inklusiven Grundwerten orientierten Rahmen zu schaffen und so Musik gemeinsam zu fühlen, zu hören und zu sehen - zu erleben.

 

Im Zuge ihrer Masterarbeit wurde das Projekt wissenschaftlich von Angelika Hörmann begleitet. Hierbei spielen besonders die Beachtung des bilingualen Settings (Deutsch und Österreichische Gebärdensprache) und ein erweitertes Musikverständnis aufgrund der unterschiedlichen Wahrnehmung von Musik eine wichtige Rolle. Erst wenn die Rahmenbedingungen eine gleichberechtigte Teilhabe am Prozess und eine Begegnung auf Augenhöhe ermöglichen, können stimmige Musiziermomente entstehen. Die Reaktionen der Teilnehmenden zeigen, dass diese bei der Anwendung des Elementaren Musizierens in dieser konkreten Gruppe zustande gekommen sind.

 

Das Entstehen gemeinsamer Momente setzt voraus, dass Menschen offen aufeinander zugehen undsich nicht voreinander verschließen. Dies wiederum benötigt ein Sicherheitsgefühl: "Ich darf so sein, wie ich bin. Dieses Gefühl entsteht durch gegenseitige Wertschätzung. Dass Inklusion und das Elementare Musizieren in dieser konkreten Gruppe gelingen konnten, liegt nicht nur daran, dass sich das Konzept als geeignet erwiesen hat. Viel mehr hat sich im Laufe dieses Projekts der hohe Stellenwert der Einstellungen und Werte, mit denen die Teilnehmer/innen einander begegnen, herauskristallisiert. Wenn ein System bereitgestellt wird, das Inklusion ermöglicht, liegt es an den Menschen, diese auch zu verwirklichen, indem sie offen aufeinander zugehen."

 

Kategorie: NATIONAL

Eingereicht von: Angelika Hörmann, September 2018.