Brot für die Welt (Diakonie Austria) arbeitet mit dem regionalen Partner "Jairos Jiri Association" in Zimbabwe zusammen, um zwei staatliche Schulen im Osten des Landes - in Mudzi und Mutoko - zu inklusiven Schulen als Vorbildmodell für andere Schulen in der Region umzugestalten. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung (2006) wird dabei ernst genommen.

 

Um das zu gewährleisten, müssen neben baulichen Maßnahmen und Überzeugungsarbeit in den Gemeinden und bei Eltern auch Schulungen für Lehrkräfte durchgeführt werden. Das Ziel ist, dass in der Projektlaufzeit 2017-2018 insgesamt 800 Kinder, darunter 80 Kinder mit Behinderung, in ihrem Wohnort eine fundierte Grundschulausbildung in einer für alle zugänglichen und auf ihre Bedürfnisse angepassten Schule erhalten sollen.

 

Die Aktivitäten umfassen im ersten Jahr (2017) die notwendigen Adaptierungen für Barrierefreiheit an den Gebäuden unter Beteiligung der Eltern - zum Beispiel Verbreiterung der Klassentüren, Betonieren der Wege zwischen den Klassen, Anbringen von Handläufen und Überdachen der Wege. Es wurden behindertengerechte WCs gebaut und zusätzliche Lehrmittel für die Schüler/innen mit Behinderungen angeschafft. Zusätzlich dazu wurden die Lehrkräfte in Gebärdensprache geschult, um gehörlose Kinder in den Unterricht einbeziehen zu können.

 

Die Schulen werden derzeit von 80 Kindern mit Behinderung besucht, darunter 31 Kinder mit körperlicher Beeinträchtigung. Vor allem für diese Kinder ist es besonders schwierig, täglich einen langen Schulweg zurückzulegen, um die Schule besuchen zu können. Es wurden daher im Jahr 2018 Übernachtungsmöglichkeiten für die betroffenen Kinder gebaut, für die der Schulweg zu lang ist.

 

Alle baulichen Aktivitäten wurden mit Unterstützung der Eltern durchgeführt, die beispielsweise Ziegel produzierten oder Zement und ähnliches neben ihrer Arbeitszeit spendeten.

 

Aufgrund der geringen Gehälter und der schlechten Ausstattung von Schulen vor allem am Land gehen Lehrkräfte in Zimbabwe oft wenig motiviert an ihre Arbeit. Viele wandern auch entweder in die Stadt oder die Nachbarländer aus. Die Lehrkräfte an den beiden Schulen in Mudzi und Mutoko sind aber inzwischen hoch motiviert. Sie haben die Unsicherheit gegenüber Kindern mit Behinderung abgelegt und das beispielhafte Engagement der Eltern führt zu weiterer Motivation. Die Mukombwe Schule in Mutoko wurde sogar im vergangenen Schuljahr für ihre Errungenschaften vom Bildungsministerium in Zimbabwe ausgezeichnet. Dabei wurden alle umliegenden Schulen eingeladen, um zu zeigen, wie auch durch kleine Verbesserungen wie den Bau von Rampen bereits große Veränderung für Kinder mit Behinderungen möglich wird. Für 2018 (bis November) ist geplant, in beiden Schulen Sportplätze zu bauen, auf denen inklusive Sportwettkämpfe stattfinden können.

 

Kategorie: INTERNATIONAL

Eingereicht von: Brot für die Welt, September 2018. www.brot-fuer-die-welt.at